Gegenstand des 1. Architektur-Workshops in Würzburg war das Gelände am Alten Hafen mit dem ehemaligen Getreidespeicher. Insgesamt sollte das gesamte Areal um das alte Hafenbecken, das bis in die 90er Jahre noch mit Schiffen für die Anlieferung von Kohle für das benachbarte Heizkraftwerk befahren wurde, eine städtebauliche Aufwertung erfahren. In diesem Zuge war angedacht, das einstige Speichergebäude in ein Museum für konkrete Kunst umzunutzen.
zukünftige Nutzung des Areals zwischen Main und Veitshöchheimer Straße
Gestaltung der Freiflächen
Verkehrliche Anbindung zur Belebung des Geländes an die Innenstadt (Fuß- und Fahrradwege, ÖPNV, Individualverkehr)
Mischung von Kunst und Kommerz im Hafen und seinem direkten Umfeld
Die meisten Entwürfe sahen den Umbau des Kornspeichers in ein Museum für Konkrete Kunst, eine Städtische Galerie, Wechselausstellungen und Künstlerateliers mit ergänzender Gastronomie vor, um so einen neuen Anziehungspunkt in Würzburg zu etablieren. Die Umnutzung der Frankenhalle wurde hingegen sehr kontrovers diskutiert. Neben Vorschlägen zum Umbau in ein Theater, sahen andere Entwürfe Flächen für Wechselausstellungen oder gar ein gesondertes Museum für Konkrete Kunst in der Frankenhalle vor. Übereinstimmend erkannten alle Entwürfe die Notwendigkeit, die Siloanlage im nördlichen Bereich des Alten Hafens für die weitere Entwicklung abzubrechen. Auch die Aufwertung der Außenbereiche um die Gebäude durch eine qualitätsvolle Freiraumgestaltung wurde als zwingend notwendig erachtet. Ein weiteres Planungsergebnis der Studentengruppe war, auf dem Niveau der ehemaligen Laderampe einen erhöhten Platz zu schaffen und unter diesem, Parkplätze für die kulturellen Nutzungen und das Museum anzuordnen. Durch die Erhöhung des Vorplatzes rückt die hohe Verkehrsbelastung der Veitshöchheimer Straße visuell in den Hintergrund und schafft eine beruhigte Vorzone. Als räumlicher Abschluss entsteht so in Richtung zur Brücke der Deutschen Einheit ein u-förmiges Forum das als Freilichtbühne genutzt werden kann. Auch das Hafenbecken selbst wurde in diese Überlegungen mit einbezogen. Die Mehrheit der Entwerfer hielten hier neben Außengastronomie auch Nutzungen für
Open-Air-Veranstaltungen für denkbar.
1. Internationaler Architektur Workshop Würzburg
16. Juli bis 06. August 1995
„Ehemaliges Lagergebäude im Alten Hafen“
Der Alte Hafen befindet sich am nördlichen Stadteingang Würzburgs in einer ca. zehnminütigen, fußläufigen Entfernung vom historischen Zentrum. Sowohl von der nahe gelegenen Bahntrasse als auch von der Brücke der Deutschen Einheit, einer verkehrlich wichtigen Ost-West-Verbindung über den Main, kann das Gelände gut wahrgenommen werden. Neben dem ehemaligen Getreidespeicher mit einer teilweise in das Gebäude integrierten Siloanlage befinden sich entlang des alten Hafenbeckens noch ein Heizkraftwerk und das Gebäude des Hauptzollamtes. Auf der gegenüber liegenden Seite der in die Innenstadt führenden Hauptverkehrsstraße (Veitshöchheimer Straße) rundet die Frankenhalle, die einst für Viehauktionen und Viehausstellungen genutzt wurde, das gesamte Entwicklungsareal ab.
Die Aufgabe des Workshops bestand darin, die städtebauliche und architektonische Diskussion um die Umnutzung des alten Hafenareals mit dem vorgegebenen Programm in eine neue Planung umzusetzen. Das Hauptaugenmerk des Entwurfs sollte jedoch auf den Umbau des ehemaligen Getreidespeichers in ein Kunstmuseum bei Erhalt seiner Denkmaleigenschaft gelegt werden.
Den bereits vorab bestehenden Überlegungen, die alte Frankenhalle an der Veitshöchheimer Straße abzureißen und an ihrer Stelle eine multifunktionale Halle zu errichten, erteilten Architekten und Studierende eine Absage: fließender und ruhender Verkehr, der auf das umliegende Wohngebiet emittierende Lärm und die Dimensionen der notwendigen Freiflächen machten das Areal hierfür ungeeignet. Nicht selten war in den Arbeitsgruppen von einer „kollegialen Kreativität“ und von Phantasie die Rede, die in die städtebauliche Entwicklung des Areals um den Alten Hafen gesteckt werden müsse. Durch die Auseinandersetzung und Untersuchung mit der desolaten Gesamtsituation entstand innerhalb der international zusammengesetzten Studentengruppen ein großer
Einfallsreichtum, woraus sich mehrere Arbeitsschwerpunkte entwickelten: